Presseerklärung zu den Vorfällen auf der Love Parade in Duisburg

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Der Bezirksvorstand Ruhr-Westfalen der Deutschen Kommunistischen Partei trauert mit den Angehörigen der Toten während der Love Parade in Duisburg. Mindestens neunzehn Familien haben ihre Söhne und Töchter verloren, Menschen in der Blüte ihres Lebens. Hunderte Familien müssen um ihre Angehörigen bangen, die in Kliniken eingeliefert wurden, Tausende haben sich in der Nacht der Veranstaltung um ihre Kinder Sorgen gemacht.

Die DKP verlangt, dass die Geschehnisse, die zu diesen tragischen Ereignissen führten, schnellstens aufgeklärt werden, die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und Duisburgs Oberbürgermeister Alfred Sauerland (CDU) seinen sofortigen Rücktritt erklärt.

Die DKP sieht in den Vorfällen auch politische Dimensionen, so vor allem:

–    Die Veranstaltung hat so viele jugendliche Interessenten angezogen, weil viele junge Menschen kaum noch in der Lage sind, sich den Eintritt zu Veranstaltungen zu leisten. Daher gingen sie zur kostenlosen Love Parade in der Hoffnung, etwas Spaß zu haben und einen schönen Abend zu erleben.
–    Die Stadtverwaltung Duisburg hat in grenzenloser Selbstüberschätzung diese Veranstaltung zugelassen, obwohl von vielen Seiten vorher gewarnt worden war, dass diese Stadt und dieser Veranstaltungsort ungeeignet für eine solche Veranstaltung ist.
–    Alle an der Vorbereitung beteiligten kannten die Risiken und haben sie trotzdem durchgeführt bzw. durchführen lassen. Die DKP hat in der Vergangenheit auch schon Großveranstaltungen mit hunderttausenden Teilnehmern durchgeführt, unter anderem in Duisburg– so z.B. an der Wedau – und kann beurteilen, welche Gespräche mit Polizei, Ordnungs- und anderen Behörden nötig sind, um eine Veranstaltung in diesen Dimensionen zu planen. Dazu müssen auch immer Auflagen erfüllt werden, um die Veranstaltung überhaupt genehmigt zu bekommen.
–    Fußballspiele, linke Demonstrationen und Großkundgebungen werden immer von einem Großaufgebot der Polizei „begleitet“, Faschisten bei ihren Aufmärschen von der Polizei geschützt – hier hat immer das Polizeipräsidium das Sagen. Wo war dieses „Sagen“, als absehbar war, dass die Veranstaltung aus dem Ruder läuft? Man hat hier laufen lassen!
–    Schon heute dürfte klar sein, dass die Todesopfer im Zusammenhang mit dem Nadelöhr des Tunnels an der Karl-Lehr-Straße stehen. Statt zusätzlich Ein- und vor allem Ausgänge zu öffnen, wurde hier sehenden Auges eine „Massenpanik“ praktisch erzeugt – alles nur, um auf dem Platz des Abschlusskonzertes vor allem durch Verkäufe doch noch einen schnellen Euro zu machen.

Die DKP ist der Meinung, dass die Kommunen auch im Ruhrgebiet mehr Geld für die Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden muss, um dem Kommerz in diesem Bereich Paroli bieten zu können.
Essen, den 25.07.2010

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