Ursache der Finanzkrise bei Opel

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Aus der Bezirksvorstandstagung der DKP-Ruhr-Westfalen vom 30.November 2008

Opel steckt in einer Liquiditätskrise und will für Kreditaufnahmen eine Bürgschaft von Bund und Ländern. 1 – 2 Mrd. sind im Gespräch. Allgemein wird es so dargestellt, als sei dies die Folge der starken Rezession in den USA. Diese ist aber nur der letzte Auslöser.

Die Gier nach zweistelligen Gewinnen auf den Finanzmärkten

General Motors entwickelte sich zu einem großen Akteur auf dem Finanzsektor; etwa die Hälfte der Umsätze von GM werden mit der Produktion von Autos gemacht, die andere mit Finanzgeschäften. Zunächst schien sich die Strategie sogar zu bewähren. Man beteiligte sich an der Technologieblase der 1990er Jahre und zwar mit Geldern aus den Pensionsfonds für die Altersversicherung, also von den GM-Arbeitern erarbeiteten und vom Konzern treuhänderisch verwalteten Geldern. In den günstigen 90er Jahren wurden tatsächlich zweistellige Renditen erzielt. Wo aber sind sie geblieben?

Auch wurde nicht in zukunftsträchtige Entwicklung neuer Modelle investiert, sondern man finanzierte eine überdimensionierte quantitative Expansion und verspekulierte sich dabei. Allein 4 Mrd.$ mußten ausgegeben werden, um Fiat entgegen einer ursprünglich erworbenen Option am Ende nicht kaufen zu müssen. Beim Zusammenbruch der Dotcom-Blase blieben die erwarteten Gewinne dann aus und die Pensionsfonds waren nicht mehr gedeckt. Es fehlten ca. 25 Mrd. Dollar. Und um die Lücke zu stopfen mußte GM im Juni 2003 eine neue Anleihe in Höhe von 13 Mrd.Dollar auf den Markt bringen; versprochene Rendite wieder 6,5% bis 7%.

Gleichzeitig beteiligte sich GM über seine damals noch 100%-Tochter GMAC an der nächsten Finanzblase, der Immobilien-Euphorie, wo inzwischen nach bisheriger Schätzung wiederum um die 12 Mrd.$ durch Hypothekenspekulationen verloren gingen.

Kurz: GM steckt in einer selbstverschuldeten Finanzklemme, die durch die Absatzschwierigkeiten in Folge der Rezession nur verstärkt wird.

Opel braucht keine Bürgschaft für General Motors
Wenn Bürgschaften notwendig sind, um einer gründlichen Evaluation die nötige Zeit zu geben, müssen sie an eindeutige Bedingungen genüpft werden, um überhaupt für den Erhalt der Arbeitsplätze wirksam zu werden und nicht ohne Effekt bei GM zu verschwinden. Denn seit Jahren erstellt Opel nicht einmal eine eigene Bilanz, sondern ist vollständig in die wirren Finanzströme des GM-Konzerns integriert.

Es müsste dann schon eine insolvenzgeschützte Absicherung jeder Bürgschaft für Opel in vollem Umfang gegenüber dem „GM-Casino“ sein.

Den gesamten Diskussionsbeitrag lesen

Siehe auch:
„US-Autobauer gehen betteln – Interview mit Rainer Einenkel“ /WRD-Morgenecho 05.12.2008 und das PDF-Dokument zu diesem Beitrag

Außerdem weitere Informationen auf der Internetseite des Linker Blinker online

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